St. Johannis

Ein liebenswerter Stadtteil zwischen Tradition und Wandel

Historischer Johannisfriedhof

Vor den Toren der Nürnberger Altstadt

Eines unserer Stadtteilmagazine nennt sich unumwunden "St. Johannis - der schönste Stadtteil der Welt" und viele Bürger, die seit kurzem oder seit jeher in Nürnberg - St. Johannis leben, würden dies wohl mit einem gewissen Stolz unterschreiben.

St. Johannis ist bereits seit Jahren ein angesagter Stadtteil zum Wohnen und Leben. Er ist gleichermaßen beliebt bei jungen Familien, Künstlern und Student wie auch bei vielen Senioren, die in eines der zahlreichen Senioren-Wohnanlagen ziehen. Daraus ergibt sich eine äußerst bunte Stadtteilbevölkerung.

Die Nürnberger Altstadt ist zu Fuß, mit dem Rad oder der Straßenbahnlinie 6 innerhalb kurzer Zeit zu erreichen, dennoch locken grüne Oasen wie der Wiesengrund an der Pegnitz, die Hesperidengärten oder der historische Johannisfriedhof an Wochenenden zum Spazieren und Verweilen ein.

Neben einer guten Verkehrsinfrastruktur mit Fahrrad- und Fußwegen, Bus und Straßenbahn, braucht sich St. Johannis auch bei der Nahversorgung und dem kulturellen Angebot nicht zu verstecken. Sowohl der Bäcker und der Metzger um die Ecke ist hier zu finden, wie auch ein umfangreiches Angebot an Freizeitmöglichkeiten, Bars, Kneipen, Restaurants und Cafés.

Ein großes kulturelles Angebot von Musik bis Politik bietet auch die traditionsreiche "Desi" in der Brückenstraße 23. Daneben ist die Johanniskärwa (Kirchweih) vom Palmplatz bis zur Johannisstraße ein kulturelles Event unseres Stadtteils, das jedes Jahr im Juni viele Bürgerinnen und Bürger anzieht.

Hesperidengärten - die barocken Parkanlagen laden zum Verweilen ein (Bild vom April 2012)

Lebensqualität und Wohlfühlfaktor

Wer in St. Johannis wohnt, weiß das urbane Leben zu genießen, schätzt aber auch die Möglichkeit schnell im Grünen zu sein. Der Wiesengrund bietet in der warmen Jahreszeit beste Voraussetzungen für Freizeitaktivitäten, sportliche Betätigung oder Grillfeste.

Auch das in der Wiesentalstraße gelegene Freibad West, das 2010/2011 aufwenig saniert wurde, bietet im Sommer Erholung und Spaß für die ganze Familie.

Der Wiesengrund und das angrenzende Freibad West laden zu Freizeitaktivitäten und Erholung ein

Historisches St. Johannis

Erstmalig urkundlich erwähnt wurde das vor den historischen Stadtmauern Nürnbergs gelegene  St. Johannis im Jahr 1234. Gegenstand dieser Erwähnung waren mehrer Mühlen entlang der Pegnitzauen sowie der Siechkobel - eine Unterbringung für Lebrakranke, die aufgrund ihrer Krankheit nicht mehr innerhalb der Stadtmauern leben durften.

Im Laufe der Jahrhunderte zogen viele Patrizier, wohlhabende Nürnberger Bürgerinnen und Bürger, vor die Tore der Altstadt. In diesen Zusammenhang wurden schließlich auch die historischen Hesperidengärten angelegt und viele namhafte Patrizier wurden auf dem Johannisfriedhof beigesetzt. Auch bekannte Künstler wie Abrecht Dürer und Veit Stoß, Hans Sachs und viele mehr sind auf dem historischen Friedhof begraben.

Im Jahr 1825 wurde St. Johannis schließlich in die Stadt Nürnberg eingemeindet. Im Zuge der Industrialisierung wuchs die Bevölkerung Nürnbergs stark an. Waren es 1850 noch rund 50.000 Einwohner, so lag deren Zahl um 1900 bei 250.000. Dies hatte zur Folge, dass Stadtteile wie St. Johannis ihr Erscheinungsbild stark veränderten. Straßen und Plätze wurden angelegt, Wohnhäuser gebaut, Geschäfte und Gewerbe gegründet. In den im Aufschwung begriffenen Stadtteilen fand vor allem die aus dem Umland zugezogene neue Arbeiterklasse ein Heim. Die Karte von 1893 (unten) zeigt, dass viele Straßenzöge wie wir sie heute in St. Johannis kennen, noch in Planung waren.

Der Zweite Weltkrieg führte, wie in ganz Nürnberg, auch in St. Johannis zu weitreichender Zerstörung, so brannte beispielsweise die Friedenskirche am Palmplatz nach einem Bombenangriff aus. Sie wurde nach dem Krieg an historischer Stelle neu errichtet.

Heute lässt sich architektonisch die alte Tradtion unserer Stadtteils zum Glück wieder nachvollziehen. Die Hesperidengärten wurden in den 1980er Jahren teilweise rekonstruiert, Patrizierhäuser entlang der Johannisstraße, der Johannisfriedhof und die moderniersierte WBG-Wohnanlage aus den 1920er Jahren zeugen davon.

Kartenausschnitt Nürnberg - St. Johannis, Karte von 1893 - viele Straßenzüge wie wir sie heute kennen, sind noch in Planung